Christoph und Silas von Die Kooperative
Interview,  Solidarische Landwirtschaft

Crowdfunding für ein Hühnermobil. Im Gespräch mit Christoph von Die Kooperative

Die Kooperative eG ist eine genossenschaftlich organisierte Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) in Frankfurt, die sich zum Ziel gesetzt hat, Frankfurt wieder regional mit Lebensmitteln zu versorgen. Sie erzeugt das Gemüse für die wöchentlichen Ernteanteile direkt in Frankfurt-Oberrat mit Blick auf die Skyline, und kooperiert mit Kleinbauern und –bäuerinnen in und um Frankfurt. Ende 2018 haben die Gründer Silas und Christoph zusammen mit Praktikantin Esther eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne für ein Hühnermobil durchgeführt.

Die Kampagne

  • Laufzeit: 28.11. – 31.12.2018 (33 Tage)
  • Zielsumme: 1. Ziel 20.000€, 2. Ziel 40.000€
  • Erreicht: 20.250€
  • Unterstützer: 203
  • Durchschnittlicher Unterstützungsbetrag: 100€
  • Plattform: Startnext
  • Kampagnenlink: https://www.startnext.com/die-kooperative-grossstadthueh
  • Ziel: Mit dem Geld aus dem Crowdfunding soll ein mobiler Hühnerstall für 200 Hühner angeschafft werden. 40.000€ betragen die Kosten für Stall, 200 Bio-Hühner, Futter und Zaun. Mit Erreichen des 1. Ziels von 20.000€ hat die Kooperative genug Eigenkapital, um einen Kredit bei einer nachhaltigen Bank für die restlichen 20.000€ aufnehmen zu können. Die Eier sollen zukünftig in die Ernteanteile der Mitglieder wandern.

Wieso habt ihr euch dazu entschieden, ein Crowdfunding für das Hühnermobil zu machen?

Wir hatten zu der Zeit, als wir uns für das Crowdfunding entschieden haben, Esther Wiese als Praktikantin in der Genossenschaft. Wir wollten das Hühnermobil klassisch durchfinanzieren, als Esther uns von den Chancen eines Crowdfundings überzeugt hat und sich dann auch eigenverantwortlich eingebracht hat.

Hatte eure Kampagne noch andere Ziele als nur die Finanzierung des Projektes?

Für uns war es in der Gründung eine gute Möglichkeit, um die Fremdmittel zu verringern. Wobei Esther die potentiellen Möglichkeiten des Crowdfundings über die reine Mittelbeschaffung hinaus natürlich im Blick hatte.

Hattet ihr als potentielle UnterstützerInnen dabei nur die Mitglieder eurer Kooperative im Auge? Haben auch Nicht-Mitglieder euer Crowdfunding unterstützt?

Man kann schon sagen, dass tendenziell Mitglieder oder der Kooperative nahestehende Personen als Unterstützer*innen auftauchen. Eine genauere Analyse haben wir ehrlicherweise jedoch nicht gemacht.

Auf welchen Kanälen (on- und offline) habt ihr auf eure Kampagne aufmerksam gemacht? Könnt ihr noch sagen, welcher davon am erfolgreichsten war?

Wir waren auf Startnext online und wurden relativ schnell von einer regionalen Plattform (place2help Rhein-Main) angesprochen und auch dort gelistet. Daneben war natürlich Facebook ein wichtiger Baustein und auch in einer regionalen Tageszeitung waren wir mit einem größeren Artikel vertreten. Auch über unseren monatlichen Newsletter, bzw. wöchentliche Wocheninfo haben wir unsere Mitglieder*innen motiviert und auf dem Laufenden gehalten, ebenso auch über unser Netzwerk in Frankfurt. Wir haben es nicht statistisch vorliegen, aber unser Gefühl ist, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda das effektivste Werkzeug dargestellt hat.

Haben sich durch die Kampagne Dinge ergeben, mit denen ihr nicht gerechnet habt?

Die Personen um das Projekt sind mit dem Projekt eine Verbindung eingegangen, welches über das Hühnermobil hinausging. Das Crowdfunding hat wie ein Schlüssel fungiert, sodass sich die Förderer und Interessierten mit einer intrinsischen Haltung dem Gesamtprojekt genähert haben.

Was war euer größtes learning? Was würdet ihr beim nächsten Mal anders oder wieder genauso machen?

Seit dem erfolgreichen Crowdfunding hat sich unsere Sicherheit verdichtet, zukünftig weitere Projekte in dieser oder ähnlicher Form zu stemmen. Konkret gibt es Anfragen aus dem Zirkel um Die Kooperative und die Bereitschaft, weitere Projekte durch Einzelpersonen und/oder Schwarm zu finanzieren.  Der Schlüssel zum Erfolg waren die richtigen Personen an der richtigen Stelle. Das bedeutet eine professionelle Planung, Durchführung und Verbreitung, dies war uns so vorher nicht bewusst. Zum Glück konnten wir diese Schlüsselpersonen neben der Initiatorin zur richtigen Zeit aus unserer Die Kooperative nahen Crowd herausrekrutieren (Filmteam, Bearbeitung, Verbreitung).

Das Crowdfunding lief ja bis Ende des letzten Jahres – habt ihr das Hühnermobil schon angeschafft?

Das Hühnermobil ist angeschafft und die erste Hühnerschar, nebst Hähnen, ist eingezogen.

Vielen Dank, Christoph, für das Interview! Ich bin gespannt, welches Projekt ihr als nächstes über Crowdfunding realisiert!

Foto: Elke Janning

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